Gesetzbuch der katholischen Ostkirchen

Gesetzbuch der katholischen Ostkirchen – Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium (CCEO)

Orientalische Kirchen und Ostkirchen

Orientalische Kirchen                   Ostkirchen

(nicht-katholisch)                        (katholisch)

Assyrische Kirche des Ostens        Chaldäische Kirche (P)

Syro-Malabar K. (MA)

Orientalisch-orthodoxe Kirchen

Armenisch apostolische Kirche      Armenisch-katholische Kirche (P)

Koptisch-orthodoxe Kirche            Koptisch-katholische Kirche (P)

Äthiopische orthodoxe Kirche        Äthiopische-katholische Kirche (M)

Eritreische-katholische Kirche (M)

Syrische-orthodoxe Kirche            Syrische-katholische Kirche (P)

Malankara Orthodox-syrische K.    Syro-Malankara kath. K. (MA)

Orthodoxe Kirche

15 autokepphale K.

9 Patriarchate

Patriarchat von Konstantinopel

Patriarchat von Alexandrien

Patriarchat von Antiochien            Melkitisch-katholische Kirche (P)

Patriarchat von Jerusalem

Orthodoxe Kirche Russlands (P)     Russisch-katholische Kirche

Serbisch-orthodoxe Kirche (P)       Byzantinische Kirche ep. Križevici

Mazedonische Kirche

Rumänisch-orthodoxe Kirche (P)    Rumänisch-katholische Kirche (MA)

Bulgarisch-orthodoxe Kirche (P)    Bulgarisch-katholische Kirche

Georgisch-orthodoxe Kirche (P)

Zyprische-orthodoxe Kirche

Griechisch-orthodoxe Kirche         Griechisch-katholische Kirche

Polnisch-orthodoxe Kirche

Albanisch-orthodoxe Kirche          Albanisch-katholische Kirche

Orthodoxe Kirche CZ und Slov.      Slowakisch-katholische Kirche (M)

Orthodoxe Kirche USA

Ukrainisch-katholische Kirche

Ruthenisch-katholische Kirche (M)

Ungarisch-katholische Kirche (M)

Italienisch-albanische kath. Kirche

Weißrussische katholische Kirche

6 autonome Kirchen

Orthodoxe Kirche Berg Sinai

Orthodoxe Kirche Finnlands

Orthodoxe Kirche Japan

Orthodoxe Kirche China

Orthodoxe Kirche Estland

Maronitisch-katholische Kirche

P = patriarchal    MA = groß-erzbischöflich      M= Metropolitan

Die lateinische Kirche wurde intern identifiziert mit der katholischen Kirche, sogar der christlichen Kirche. Ab dem 16. Jahrhundert entsandte die lateinische Kirche Missionare in den Osten. Einige Ostkirchen wurden katholisch und behielten rituelle Privilegien. Die letzte Gemeinschaft datiert von 1930: Syromalankara. Die erste war mit der chaldäischen Kirche 1553. Die meisten katholischen Ostkirchen haben eine Schwesterkirche, die orthodox ist. Aus der Vereinigungs-Bewegung wurde Ökumene. Die Ostkirchen besitzen eine eigene Liturgie, Theologie und Spiritualität. Die Kirchen sind verschieden, Groß und klein, die Maroniten sagen, sie waren immer in Gemeinschaft mit Rom, vom 6.-12. Jahrhundert ging der Kontakt verloren, aber nicht die Einheit. Die lateinische Kirche ist die 23. Kirche, aber auch unterschiedlich.

Die Kodifizierung des östlichen Kirchenrechts

die Geschichte brauchte 120 Jahre. Die lateinischen Bischöfe wollten beim ersten vatikanischen Konzil einen gemeinsamen Kodex. Bischöfe des Ostens wollten ihr Recht klären. Sie hatten ein spezielles Recht, gemäß ihrer Tradition. Einige wollten die Einheit der ostkirchlichen Disziplin, andere wollten ein eigenes Kirchenrecht für jede östliche Kirche. Dies geschah ab Ende des 19. Jahrhunderts. Rom erkannte es nicht an. Pius XI schuf eine Kommission von Kardinälen und dem Leiter der Kongregation für die Ostkirchen und dem Patriarchen der syrischen Kirche. Der syrische Kodex sollte maßgebend sein, die anderen Kirchen im Anhang. Der Entwurf wurde 1930 abgelehnt, gewünscht war ein eigener Kodex für den Osten. Der CIC 1917 erschien. 1945 der CICO, 1948 Papst Pius XII vorgelegt, wurde nicht anerkannt. 1949 canones zur Ehe, Crabrae allatae; 1950 wurden prozessrechtliche Vorschriften veröffentlicht Solicitudinam nostram; 1952 Ordensrecht Vermögensrecht Postquam apostolicis litteris, 1957 über die Hierarchie, cleri sanctitati. Johannes XXIII veröffentlichte nicht die Normen zu den Sakramenten. Das war die erste Kodifizierung, aber nicht vollständig.

1972 beginnt die zweite Kodifizierung. Die Kommission erhält den ganzen Text 1988, er wurde dem Heiligen Vater vorgelegt. Die Methode war wie beim italienischen Kodex. Material in den Nuntia 1975-1990; die Entstehungsgeschichte ist leicht nachzuvollziehen. Die Kommission überprüfte die bereits verkündeten Teile und die nicht veröffentlichten Normen.

Der CCEO wurde verkündet am 18.10.1990. Dieser Kodex steht mehr in Verbindung mit der östlichen Tradition als die Vorgänger. Die Hierarchie der Ostkirchen wollte bei der Verkündung dabei sein. Aber der Papst benutzt seine eigene Macht zur Gesetzgebung. Die Gesetzgebung im Osten erfolgt durch die Patriarchen und die Synoden.

Organisation des CCEO in 30 Titeln. Traditionell war das Ostkirchenrecht in 14 Titeln gefasst, Reichsrecht und Kirchenrecht.

Die offizielle Sprache ist Latein, es gibt keine gemeinsame Sprache der Ostkirchen.

Terminologie

Eparchie            Diözese

Eparchial           Diözesan

Protosyncellus    Generalvikar

Syncellus             Bischofsvikar

Protopresbyter    Dekan

Hierarch            Ordinarius

Eearchial Versammlung        Diözesan-Synode

Exarchy             apostolisches Vikariat

Exarch              apostolischer Vikar

Chrisma             Firmung

Typikon             Verfassung

Sntaxis              Kapitel

 

Konzepte von „Ritus“ und „Kirche aus eigenem Recht“

Ritus bezeichnet manchmal die fünf liturgischen Traditionen; Wechsel des Ritus und Wechsel der Hierarchie. Auch das zweite vatikanische Konzil benutzt den Begriff Ritus mit unterschiedlicher Bedeutung. Ich gehöre zu lateinischen Kirche, nicht zum lateinischen Ritus. Wir müssen die Begriffe Ritus und Kirche unterscheiden. Wir sollten über inter-kirchliche Fragen sprechen, nicht über inter-rituelle Fragen. Partikular-Kirche bezieht sich auf die lateinische Jurisdiktion Es setzte sich schließlich der Begriff Kirche sui iuris durch. Kanon 111-112 spricht von Ritualkirche sui iuris. Der Ritus ist nicht konstitutiv für die Kirche.

CCEO 27: der Kanon spricht von einer Gemeinschaft der Gläubigen, mit eigener Hierarchie, anerkannt von der höchsten Autorität als Kirche sui iuris. Das ist eine rein juristische Definition. Die Anerkennung kann ausdrücklich oder konkludent erfolgen. Die Anerkennung liturgischer Bücher kann die stillschweigende Anerkennung der Kirche als solche bedeuten.

CCEO 28: Ritus meint das liturgische, theologische, spirituelle und disziplinarische Erbe, in dem sich ausdrückt, wie der Glaube gelebt wird. In Rom gibt es noch den Ambrosianischen Ritus, dieser ist rein liturgisch, odie Kultur und die Geschichte der Völker. Interessant ist die Perspektive der Inkulturation. Der Zusammenhang von Ritus und Territorium wird nicht erwähnt, spielt aber eine wichtige Rolle in den Kirchen. Doch Ritus und Territorium sind nicht konstitutiv für die Kirche. Verschiedene Kirchen können aus demselben Ritus stammen, aber jetzt, aufgrund von Tradition und Geschichte, haben sich daraus mehrere Riten entwickelt.

Organisation der verschiedenen Typen von Kirchen sui Iuris

Der Typ der Kirche bestimmt die Regeln und die Organisation: patriarchal, Groß-erzbischöflich, Metropolitan etc.

Patriarchal-Kirchen

Die patriarchalen Kirchen haben die größte Autonomie (Kanon 55 ff.). Der Patriarch ist der Vater und das Haupt der Kirche sui iuris, entstanden aus der Geschichte. Einige Metropoliten bekamen supra-episkopale und supra-metropolitane Macht. Zur Unterscheidung wurden diese Patriarchen genannt. Auch frühe Konzile kannten diese Institution, wenn auch nicht dem Begriff nach. Grundlage ist kirchliches Recht, kein göttliches Recht. Der Patriarch leitet die Kirche und zentralisiert die Leitung. Die Funktion des Patriarchen ist die eines Bischofs mit Autorität über andere Bischöfe und die Gläubigen gemäß dem Kirchenrecht. Der Patriarch erbittet nicht mehr das Pallium vom Papst.

Änderungen einer Patriarchal-Kirche sind dem Papst vorbehalten. Die Pentarchie entspricht der historischen Situation. Rom, Konstantinopel (nicht-katholischer ökumenischer Patriarch), Alexandria (nicht-katholisch, äthiopisch und koptisch), Antiochia (Syro-Malankar und syrisch-orthodox) sowie Jerusalem. Alte Patriarchate können wiedererrichtet und neue gegründet werden. Manche gehen nicht auf die Pentarchie zurück. Der koptische Patriarch wurde 1895 wiedereingesetzt. Die Ostkirchen wollen nichts hören von der Unterdrückung eines patriarchalen Sitzes. Weil der Papst nach dem großen Schisma die universale Jurisdiktion forderte, gab es keine Unterscheidung mehr nach den patriarchalen Sitzen. Die orthodoxen Kirchen haben eine eigene apostolische Ordnung und Sakramente.

Bischofssynoden sind charakteristisch dafür, wie diese Kirchen geleitet werden. Das Konzil von Jerusalem lieferte die Basis. Wie ist mit Konvertiten umzugehen? Die Canones der Apostel zeigen das Prinzip der Synodalität, die Sammlung stammt aus dem Jahr 400 nach Christus (c. 34 CA). Die Bischöfe einer Nation sollten wissen, wer unter ihnen der erste ist. Die Bischöfe finden eine Einigung über gemeinsame Probleme, zum Beispiel die Doxologie. Zuerst gab es die patriarchale Synode mit Leitungsgewalt, dann die Bischofssynode für die Wahlen. Beide hatten administrative Kompetenzen. Das zweite Vatikanum wollte diese beiden Typen von Synoden in einen Synodenbegriff zusammenfassen. Nach altem Recht reichte die Wahl und die Bestätigung als Bischof für die Teilnahme, die Weihe war nicht notwendig.

Mitglieder der Bischofssynode einer patriarchalen Kirche waren alle geweihten Bischöfe. Sie hatten das Recht zur Teilnahme. Ein Bischof kann zum Priester zurückgestuft werden.

  1. 110 regelt die Kompetenzen der Synode. Diese Not es ausschließlich zuständig für die Gesetzgebung innerhalb der gesamten patriarchalen Kirche. Gesetze treten in Kraft gemäß c. 150.2 (Territorium). Liturgisches Recht gilt überall, disziplinarischeres Recht innerhalb der Grenzen der patriarchalen Kirche. Der Patriarch setzt die Gesetze in Kraft und muss sie in Kraft setzen (c. 111). Die Disziplin richtet sich nach dem Recht, dass auf dem Territorium gilt (c. 150.3). Bischöfe einer Eparchie außerhalb des Territoriums können entscheiden, dass das disziplinarische Recht in ihrer Eparchie gelten soll, oder es wird in Kraft gesetzt vom Heiligen Stuhl. Dies kann die beratende Stimme von Eparchie-Bischöfen begrenzen, die nicht gezwungen sind, das Recht anzuwenden. Das gleiche gilt für Titularbischöfe. Nach c. 110.2 ist die bischöfliche bzw. patriarchale Synode ein juristisches Tribunal (Gericht). Gemäß c. 1062 werden Bischöfe für fünf Jahre gewählt zur Rechtsprechung. Das Gericht besteht aus drei Personen, eine als Moderator für die Rechtsprechung und zwei Richter. Das Gericht urteilt über Bischöfe und Eparchien. Berufung ist möglich zur Bischofssynode bzw. zur patriarchalen Synode. In anderen Kirchen werden diese Fälle entschieden durch die Rota bzw. durch den Papst. Die bischöfliche/patriarchale Synode hat Jurisdiktion auf dem patriarchalen Territorium. Die Synode ist nicht zuständig für Verwaltungsakte, wenn es nicht vom Patriarch erlaubt ist bzw. vom Gesetz angeordnet ist. Die normale Verwaltung liegt beim Patriarchen. Es gibt keine Grenze der gesetzgebenden Gewalt, außer dem Territorium, keine Unterordnung unter den Heiligen Stuhl, dieser wird nur informiert. Es besteht größtmögliche Autonomie.

Einberufung der Synode. C. 107 regelt, dass eine Sitzung kanonisch und gültig einberufen ist, wenn eine Mehrheit der Bischöfe, die zum Kommen verpflichtet sind, anwesend sind. Diese entscheiden über die rechtmäßige Einberufung. Gemäß c. 104 haben alle zusammengerufenen Bischöfe die dringende Pflicht zur Teilnahme, wenn sie nicht bereits zurückgetreten sind. Bischöfe außer Dienst müssen nicht teilnehmen. Es kann Hindernisse geben: Krankheit, Strafe; es besteht die Pflicht, die Hinderungsgründe schriftlich an die Synode zu melden. Diese entscheidet über die Begründetheit. Manchmal hat eine ganze Kirche nur 20 Bischöfe.

Wahlen. Die Wahlen richten sich nach dem Typ des Bischofs. In einer Eparchie Welt die Synode den Bischof direkt; außerhalb des Territoriums wird eine Terna (Dreierliste) aufgestellt, aus der der Papst ernennt. Das gleiche gilt für Großerzbischöfliche Kirchen. Alle anderen Kirchen eigenen Rechts erhalten die Bischöfe, die vom Papst ernannt sind. Im Zweiten vatikanischen Konzil wurde angedeutet, dass alle Kirchen ihre Bischöfe selbst ernennen. Dies wurde von Rom gestoppt. Der Kodex war restriktiver.

Wahlvorschlag. Zustimmung des Heiligen Stuhls, cc. 182, 184,185. Mitglieder der Synode können andere Mitglieder vorschlagen, sie können Priester und Gläubige geheim befragen. Die Kandidaten werden dem Patriarchen vorgeschlagen. Alle Kandidaten werden dem Heiligen Stuhl zur Zustimmung vorgelegt (Kongregation für die Ostkirchen). Erfolgt keine Zustimmung, wird der Name entfernt. Die Zustimmung gilt für weitere Wahlen, soweit nicht zurückgezogen.

Wahlverfahren. C. 183.3, 72.2. Es gibt keine Regeln der gültigen Einberufung wie bei der normalen Sitzung der Synode, jedoch ist die absolute Mehrheit erforderlich statt der einfachen Mehrheit. Die Bischöfe sind frei, sind also nicht gebunden an die Liste der Kandidaten. In diesem Fall würde die Zustimmung des Heiligen Stuhls später nachgeholt. Normalerweise ist eine Synode nur eine Versammlung von Bischöfen. Eine diözesane oder eparchiale Versammlung kann andere Mitglieder haben, nennt sich aber dann nicht Synode. Es gibt Abweichungen, bei den Maroniten schlägt nur der Patriarch vor, in der äthiopischen Kirche schlägt der Nuntius vor. Immer gilt Geheimhaltung.

Zustimmung. C. 184,100 85,74. Wenn die Person auf der Liste steht, die bereits Zustimmung erhalten hat, wird sie geheim gefragt, ob sie die Wahl annimmt. Bei Annahme der Wahl wird der Heilige Stuhl informiert. Steht die Person nicht auf der Liste, wird die Zustimmung des Heiligen Stuhls eingeholt.

Verkündung und Amtsübernahme. C. 184,100 87,75. Der Patriarch legt den Sitz der Eparchie fest.

Glaubensbekenntnis und Versicherung des Gehorsams. C. 187.2, 76. Der Gewählte verspricht Gehorsam gegenüber dem Patriarchen und dem Papst.

Bischofsweihe. C. 188,75.

Wahl des Patriarchen. Der Sitz des Patriarchen wird vakant bei Tod oder Rücktritt des Patriarchen, c. 126. Die Synode nimmt den Rücktritt an. Der Papst wird konsultiert. Es gibt kein verpflichtendes Rücktrittsalter. Der Patriarch hat Mitarbeiter, von denen einer Administrator der patriarchalen Kirche wird. Er ruft die Synode zusammen, um den neuen Patriarch zu wählen, geregelt im partikularen Recht und in c. 180. Alle zusammengerufenen Bischöfe haben das aktive Wahlrecht. Alle sind verpflichtet zur Teilnahme, es gelten die gleichen Vorschriften zur gültigen Einberufung wie bei der Wahl von Bischöfen. Zweidrittelmehrheit ist erforderlich. Wenn die Wahl nicht in 15 Tagen abgeschlossen ist, übernimmt der Heilige Stuhl. Es gibt eine Ernennung oder Verhandlungen. Nach der Wahl gilt derselbe Ablauf wie bei der Bischofswahl. Es gelten zwei Tage Frist, um die Wahl anzunehmen, acht Tage bei Bischöfen. C. 76.2 verlangt die Einheit mit dem römischen Papst. Früher wurde das Pallium verliehen als Zeichen der Einheit und der bischöflichen Gewalt. 1978 war es ein Ehrenzeichen. Ab 1998 wurde das Pallium abgeschafft. Der Patriarch kann schon vor der Erklärung der Gemeinschaft mit dem Papst regieren, sollte aber vorher keine Synode einberufen oder Bischöfe ernennen.

Die Kompetenz des Patriarchen. Gemäß c. 78 ist die Kompetenz ordentlich und eigenständig, aber an die Person gebunden. Eine Delegation an den Generalvikar ist nicht möglich. Dies würde den Willen der Synode nicht respektieren. Er hat nur Jurisdiktion innerhalb seines Territoriums. Es gibt keine Jurisdiktion über Gläubige außerhalb des Territoriums des Patriarchen. Diese können aber spezielle Gesetze verlangen, Partikularrecht, genehmigt vom Heiligen Stuhl. Ein Vikar des Patriarchen außerhalb des Territoriums ist vom Kirchenrecht nicht erlaubt. Der Patriarch kann einige Dinge im eigenen Namen tun: die patriarchalen Kirche juristisch vertreten, pastorale Besuche machen, aber die kanonische Visitation braucht die Zustimmung der permanenten Synode (fünf Bischöfe, teils gewählt, teils ernannt vom Patriarchen), Weihen durchführen, c. 86, Bischöfe einsetzen, als Eparch in seiner Eparchie handeln, auch wenn es keine Eparchie oder Exarchie im Territorium gibt, stauropegiale Klöster unterstehen dem Patriarchen in allen Aspekten, Liturgie, Predigt, Seelsorge, Erziehung, Kleriker (normalerweise bezogen auf Eparchie), er wird genannt in der Liturgie, Zeichen der Gemeinschaft, festgelegte Strafen. Der Patriarch kann nicht frei entscheiden. Er benötigt die Zustimmung der Synode für den Wechsel von Provinzen und Eparcien, c. 85, die Anfrage beim Heiligen Stuhl, die Einsetzung und Versetzung von Coadjutoren und Hilfsbischöfen, bei Konkordaten, c. 98, mit vorheriger und nachträglicher Zustimmung der Synode, der Richtung eines Gerichts, das über den persönlichen Status entscheidet, c. 99, die Einberufung einer patriarchalen Versammlung aus Bischöfen, Priestern und Laien.

Territorium (c. 146): Territorium ist dort, wo es Gläubige gibt und der Patriarch Kompetenz hat. Es gibt historische Grenzen. Es gibt ein Territorium für alle Ostkirchen. Im Zweifel oder bei Veränderungen gibt es eine Untersuchung der durch die Synode und der Heilige Stuhl entscheidet. Bei den Maroniten gelten die alten Grenzen des osmanischen Reiches, es gibt viele Überschneidungen (Libanon hat 18 verschiedene Gemeinschaften auf demselben Gebiet).

Privilegien und Ehren. Gemäß c. 58 gehen die Patriarchen der Ostkirchen jedem Bischof im Rang voraus, auf der ganzen Welt. Spezielle Normen des Heiligen Stuhls bleiben unberührt. Gemäß c. 59 besteht Gleichheit, aber es gibt einen Vorrang ehrenhalber. Früher waren die Sitze der Pentarchie wichtig, auch das Alter des Sitzes. Es gibt Vorrang zwischen Kardinälen und Patriarchen. Patriarchen gehören automatisch zum Kollegium der Kardinäle.

Kurier des Patriarchen. Gemäß c. 114 gibt es eine Doppelstruktur für die Eparchie und für das Patriarchat. Aber die Ämter sollten nicht zusammenfallen.

Ständige Synode. Sie besteht aus fünf Bischöfen, zwei aus Eparchien, zwei gewählt von der Synode, eine ernannt vom Patriarchen. Der Patriarch von Konstantinopel hatte eine ständige Synode, die Bischöfe lebten in der patriarchalen Residenz. Gemäß c. 170 unterzeichnen alle Bischöfe die Entscheidungen der ständigen Synode. Historisch hatten alle Bischöfe einen Teil des Siegels. Die ständige Synode tritt zweimal im Jahr zusammen. Wenn die ständige Synode nicht errichtet werden kann, wird der Heilige Stuhl informiert und es gibt eine Zwischenlösung.

Bischöfe: gemäß c. 87 mindestens drei Bischöfe als Mitglieder der Kurie. Ihre Rolle ist nicht näher bestimmt. Aber sie haben eine Rolle, wenn der Sitz des Patriarchen vakant ist. Wenn die Eparchie vakant ist, leitet der Patriarch die Eparchie bis ein Nachfolger ernannt ist, nach Konsultation der Kurie oder der ständigen Synode.

Gerichte im Patriarchat: gemäß c. 1063 ff. hat jede Eparchie ein Gericht, Berufung ist möglich zur Metropolie, dritte Instanz ist das Gericht des Patriarchen. Der Patriarch muss ein patriarchales Gericht einsetzen, unabhängig vom Gericht der Eparchie. Es gibt auch inter-eparchiale Gerichte oder Zusammenarbeit mit anderen Kirchen eigenen Rechts, c. 1068.

Finanzdirektor des Patriarchen, gemäß c. 122 vom Patriarchen ernannt mit Zustimmung der ständigen Synode, unabhängig von der Eparchie, gewählt für eine Amtszeit, kann nicht abgesetzt werden ohne Zustimmung der Synode.

Kanzler des Patriarchats, c. 123 Priester oder Diakon (ebenso in Eparchie, nicht in der lateinischen Kirche).

Liturgische Kommission, c. 124. Weitere Kommissionen sind möglich.

Patriarchale Versammlung, cc. 140 ff. Diözesansynode auf der Ebene des Patriarchats, berät den Patriarchen und die Bischofssynode. Es werden berufen Bischöfe, Mönche, Ordensleute, Rektoren von Hochschulen aus der ganzen Welt, alle fünf Jahre. Der Patriarch beruft die Versammlung ein. Wenn der Sitz vakant wird, ist die Versammlung aufgehoben, ähnlich der Diözesansynode.

Groß-Erzbischöfliche Kirchen

  1. 151, eine Stufe unterhalb der patriarchalen Kirche. Ein Groß-Erzbischof ist Metropolit eines Bischofssitzes, anerkannt vom Heiligen Stuhl, der den Vorsitz hat über eine eigene Ostkirche eigenen Rechts ohne den Titel eines Patriarchats. Zusammengesetzt aus mehreren Metropolien, ist er der Ober-Metropolit, ohne den Titel eines Patriarchen, aber ähnlich. Die meisten Regelungen über den Patriarchen gelten auch für ihn. Zwei Vorschriften im Strafrecht beziehen sich auf den Groß-Erzbischof. Ein Unterschied in c. 153: die Wahl erfordert die Zustimmung des Papstes, Bestätigung der Person und der Gültigkeit der Wahl. Die Kategorie ist ziemlich neu.

Gemäß c. 154 hat der Groß-Erzbischof die Ehrenpräsidentschaft, direkt nach dem Patriarchen und nach der Reihenfolge der Errichtung der Kirchen. Die Kategorie ist nicht enthalten im CIC/1917 oder in päpstlichen Dokumenten. Erst nach dem Zweiten vatikanischen Konzil wurde die erste Kirche dieser Art errichtet. Es gibt nur vier davon, also wenig Regelungen im Kirchenrecht, meist gilt das Recht der patriarchalen Kirchen entsprechend. Die Ukraine will eine patriarchale Kirche werden. Eine Kirche eigenen Rechts kann ihren Status ändern. Viele dieser Kirchen waren vorher Metropolitan-Kirchen, werden eventuell noch Patriarchat.

Die Metropolitan-Kirchen eigenen Rechts

Gemäß c. 155.1 wird das Haupt einer Metropolitan-Kirche vom Heiligen Stuhl ernannt, ergänzt vom hierarchischen Konzil. Es gibt keine Wahl. Die Kirche kann dem Vatikan Kandidaten vorschlagen. Das Konzil assistiert dem Metropoliten. Die Funktion ist ähnlich der Synode im Patriarchat.

Zusammensetzung des hierarchischen Konzils, c. 164, nur geweihte Bischöfe der Kirche, Ausnahmen in c. 953.1 und bei Strafen cc. 1433 f.; gemäß c. 164.2 haben auch Eparchen und Koadjutoren beratende Stimme, nicht andere Bischöfe, soweit nicht gesetzlich geregelt. Alle Wähler müssen teilnehmen, in Person, keine Stellvertretung möglich. In c. 166 gibt es ein Quorum, wenn die Mehrheit der Wähler anwesend ist. Für Entscheidungen ist die absolute Mehrheit nötig. Kompetenzen sind geregelt in c. 167.

Gesetzgebende Gewalt, c. 167.1, aber das Konzil ist zuständig für solche Themen, die ihm vom allgemeinen Kirchenrecht zugewiesen sind, im Unterschied zur patriarchalen Synode.

Nach c. 167.2 muss der Heilige Stuhl informiert werden, welche Gesetze verabschiedet wurden; der Vatikan bestätigt den Erhalt, dann werden sie verkündet. Bedeutet das Zustimmung? Oder nur Bestätigung? Wohl eher Zustimmung.

Beispiel Ruthenische Kirche in Pittsburgh/USA. Gesetz über verheiratete Priester, wurde in USA nicht akzeptiert, Kirche wollte es erlauben. Der Heilige Stuhl intervenierte und verlangte die Änderung des Gesetzes.

Die patriarchale Kirche muss dem Vatikan informieren, aber keine Anerkennung oder Zustimmung ist notwendig. Die Metropolitan-Kirche braucht Zustimmung oder Anerkennung vor der Verkündung. Es gibt keine Verzögerung, keine Frist für den Vatikan zur Antwort, also muss nicht geantwortet werden. Das ist keine Zustimmung, sondern eine Bremse.

Nach c. 167.4 werden Verwaltungsakte erlassen in der Metropolitan-Kirche selbst, aber mit Zustimmung des hierarchischen Konzils. Der Metropolit hat also wenig Kompetenzen. Juristische Gewalt wird nicht erwähnt.

Der Name „hierarchisches Konzil“ ist nicht ganz korrekt. Es ist kein Beratungsgremium, es gibt Stimmrecht, die meisten Mitglieder sind keine Ordinarien, obwohl es der Name vermuten lässt.

Das hierarchische Konzil kann nur Kandidaten wählen; gemäß c. 168 werden Listen erstellt im Geheimen, aber der Metropolit und die Bischöfe werden vom Heiligen Stuhl ernannt.

Gemäß c. 169 achtet das hierarchische Konzil auf die pastoralen Bedürfnisse der Gläubigen.

Die Einberufung ist geregelt in c. 170, die Statuten in c. 171; gemäß c. 156 muss der Papst um das Pallium gebeten werden. Vorher ist kein Konzil und keine Weihe möglich, Gemeinschaft mit dem Papst ähnlich wie bei den Patriarchen.

Der Metropolit hat ordentliche und eigenständige Gewalt, in seiner Person, wie der Patriarch; Ausübung der Gewalt ist nur zulässig im eigenen Territorium (c.157). Er ist zugleich Eparch, c. 158.2.

Andere Kompetenzen sind geregelt in c. 159. diese Liste entspricht dem, was ein Metropolit in einer patriarchalen Kirche tun kann. Hier ist er aber zugleich das Haupt der eigenen Kirche. Er kann einschreiten, wenn ein Bischof gegen seine Amtspflichten verstößt. Als Haupt der Kirche hat er Zugang zum Papst. Vergleiche die Ähnlichkeiten in c. 133. Nennung in der Liturgie, cc.161, 162.Ad-Limina-Besuche im Vatikan, (der Patriarch macht auch solche Besuche, aber ohne Zeitplan; Metropolitan-Versammlung, c. 172, die cc. 140-145 gelten ergänzend, keine Metropolitan-Kurie. Gerichte vergleiche c. 1064 für wenige Gläubige; Vakanz siehe c. 173, der älteste Bischof wird Administrator; es gibt nicht die Strukturen der patriarchalen Kirchen; keine Pflicht zum Rücktritt mit 75 Jahren, Respekt vor dem Haupt der Kirche.

Relative Autonomie im Verhältnis zum Heiligen Stuhl

Patriarchale Kirche

Das Haupt wird gewählt und bittet um Gemeinschaft mit dem Papst; gesetzgebende Gewalt, Vatikan wird informiert, liturgisches Recht gilt überall, disziplinarisches Recht nur im Territorium, rechtsprechende Gewalt; Wahl von Bischöfen im eigenen Territorium, außerhalb des Territoriums Kandidatenlisten; Gründung von Eparchien nur im eigenen Territorium.

Groß-Erzbischöfliche Kirchen

Das Haupt wird gewählt und bittet um Gemeinschaft mit dem Papst; der Papst muss zustimmen; gesetzgebende Gewalt, Vatikan wird informiert, liturgisches Recht gilt überall, disziplinarisches Recht nur im Territorium, rechtsprechende Gewalt; Wahl von Bischöfen im eigenen Territorium, außerhalb des Territoriums Kandidatenlisten; Gründung von Eparchien nur im eigenen Territorium.

Metropolitan-Kirchen

das Haupt wird vom Papst ernannt; gesetzgebende Gewalt gemäß dem allgemeinen Kirchenrecht, Gesetze müssen vom Vatikan anerkannt werden, alle Gesetze gelten nur im eigenen Territorium; Bischöfe werden vom Vatikan ernannt, außerhalb des eigenen Territoriums werden Kandidaten vom Vatikan ernannt. Eparchien werden vom Papst errichtet.

Andere Kirchen eigenen Rechts und Zusammenarbeit (cc. 174-176)

Definition gemäß c. 174. Die Kirche ist einem Hierarchen anvertraut, negative Formulierung, gebunden an das allgemeine Kirchenrecht und den Heiligen Stuhl. Diese Kirchen haben wenige Gläubige und manchmal nur einen Hierarchen. Die Formen wechseln, manchmal ein Eparch, Exarch, apostolischen Administrator, viele aus der byzantinischen Tradition.

Russisch-katholische Kirche: Führung ist derzeit unklar, apostolische Exarcien; Križevci, ehemals Jugoslawien, eine Eparchie; mazedonische Kirche, neu errichtet, Führung unklar; Bulgarische Kirche ebenfalls unklar; Griechisch-katholische Kirche mit zwei Exarchien.

Gemäß c. 175 bilden sie alle eine Kirche eigenen Rechtes, die direkt vom Heiligen Stuhl abhängig sind (vergleiche c. 159.3-8), mit Delegation des Heiligen Stuhls (c. 159.1-2 nicht anwendbar).

Gesetzgebende Gewalt gemäß c. 176, Zustimmung des Heiligen Stuhls notwendig, dieser kann Gesetze ändern.

Fragen: was ist mit dem Synodalen Charakter, wenn es nur ein Haupt gibt? Synode mit dem Papst? Viele dieser Kirchen waren lebendig vor dem Kommunismus, wurden danach unterdrückt. Nach dem Kommunismus wollte der Vatikan diese Kirchen stützen. Es bleibt offen, inwieweit sie sich halten können.

Versammlungen von Hierarchen verschiedener Kirchen eigenen Rechtes (c. 322)

Nur ein Kanon zu diesem Thema. Zweck ist, die Zusammenarbeit verschiedener Kirchen auf demselben Territorium zu fördern.

c.322.1: Kirchen sollen gemeinsam handeln, einschließlich der lateinischen Kirche.

c.322.2: keine juristische Bindung, normalerweise mit beratender Funktion, unter bestimmten Bedingungen können Beschlüsse mit Bindungswirkung getroffen werden.

c.322.3: Schutz der Unabhängigkeit jeder Kirche bleibt garantiert.

c.322.4: jede Versammlung braucht Statuten, die vom Heiligen Stuhl genehmigt werden müssen; auch nicht-katholische Kirchen können sich beteiligen.

Beispiele im Jahrbuch des Vatikans: Ägypten unter dem koptischen Patriarchen, Libanon unter den Maroniten, Syrien mit dem griechisch-melkitischen Patriarchen, das Heilige Land unter dem lateinischen Patriarchen, Irak für die kaldäische Kirche, Iran mit der Bischofskonferenz unter dem Erzbischof von Isphahan.

Interessante Beispiele für diese Versammlungen, auch möglich außerhalb des Territoriums der Kirchen, wäre auch möglich in Europa oder USA. Regional oder national bedeutet nicht inner-territorial. Der römisch-katholische Patriarch von Jerusalem trägt einen Ehrentitel, aber faktisch ist er ein Diözesanbischof ohne Synode usw. die Institution ist historisch nicht stabil, keine Macht vergleichbar der östlichen Patriarchen, nicht auf der gleichen Ebene, vielleicht ein gewisser Rang in der lateinischen Kirche.

Beziehungen zwischen den Kirchen

  1. 1 spricht von den östlich-katholischen Kirchen, soweit nicht ausdrücklich anders bestimmt. Gemäß c. 111-112 CIC entsteht die Mitgliedschaft in der Kirche durch die Taufe, also eine weitere autonome Ritus-Kirche. Was für alle Kirchen eigenen Rechtes gilt, sollte auch für die lateinische Kirche gelten, auch über die zehn Canones des CCEO hinaus, die ausdrücklich davon sprechen; c. 1 CIC spricht von der lateinischen Kirche, es ist aber auch von Patriarchen die Rede.

Einschreibung in eine Kirche eigenen Rechtes (cc. 29-38)

Taufe. Man wird Mitglied der Kirche durch die Taufe, wird eingebunden in Christus, in die Kirche, in eine Kirche eigenen Rechtes. Früher bestimmte allein der Ritus, die Liturgie über die Zugehörigkeit zur Kirche eigenen Rechtes. Bei Betrug oder Fehlen eines eigenen Geistlichen Wechsel des Ritus möglich mit Erlaubnis des Heiligen Stuhls. Gemäß c. 756 CIC/1917 folgten die Kinder den Eltern, aber Regelung war kompliziert. Nun bestimmt das Recht in CIC 111-112 und CCEO 29-38. Das Kind folgt dem katholischen Vater, der Mutter, wenn nur diese katholisch ist, bei Einigung beider Eltern der katholischen Mutter. Die letzte Regelung wurde kritisiert, aber der Heilige Stuhl respektiert die Grundrechte beider Eltern.

Im CIC: wenn beide Eltern der lateinischen Kirche angehören oder wenn sie sich einigen, kommt das Kind zu lateinischen Kirche. Andere Fälle: bei einer unverheirateten Mutter folgt das Kind der Mutter, auch bei ungültiger Ehe. Bei Findelkindern folgt das Kind den legitimen Pflegeeltern, bei Adoptionen gilt das gleiche wie bei leiblichen Eltern; bei ungetauften Eltern folgt das Kind der Kirche desjenigen, der die Erziehung im Glauben vornimmt; CEO 841 oder CIC 868 regelt die Taufe bei Todesgefahr.

Ein Kind ab 14 Jahren kann frei eine Kirche eigenen Rechten wählen, c. 588, Taufbewerber können frei wählen, aber die der Kultur angemessene Kirche wird empfohlen. Ist das die lokale Kultur oder die ethnische Abstammung? Die Altersgrenze wird diskutiert, es betrifft aber Grundrechte.

Zwang. Gemäß c. 31 kann niemand gezwungen werden, in eine andere Kirche eigenen Rechtes zu wechseln, Sanktion in c. 1465.

Wechsel. Gemäß c. 32 verlangt ein gültiger Wechsel in eine andere Kirche eigenen Rechtes die Zustimmung des Heiligen Stuhls. Die Kongregation für die Ostkirchen ist zuständig; vergleiche im CIC c., wenn beide kircheneigenen Rechtes im selben Territorium liegen und beide Eparchen zustimmen, bitte Zustimmung des Heiligen Stuhls vermutet. Mitglieder der lateinischen Kirche können c. 32 CCEO verwenden, fraglich ist, ob Mitglieder einer Ostkirche gemäß c. 32 CCEO zur lateinischen Kirche wechseln können. Fraglich ist, ob die lateinische Kirche als Kirche eigenen Rechtes gilt, keine ausdrückliche Regelung vorhanden.

Wechsel auf dem Rechtsweg. Gemäß c. 33 CCEO kann die Ehefrau zur Kirche eigenen Rechtes des Ehemannes wechseln. Gemäß c. 112 CIC kann in der lateinischen Kirche jeder Partner bei Eheschließung wechseln. Gefördert wird die Einheit des Ritus. Die Frau kann wechseln, muss aber nicht. Gemäß c. 34 CCEO, wenn die Eltern wechseln, wechseln Kinder unter 14 Jahren automatisch. Wechselt nur ein Elternteil, kann das Kind wechseln, wenn beide Eltern zustimmen. Der automatische Wechsel kann zurückgenommen werden, wenn das Kind 14 Jahre alt wird, mit Rücksicht auf die Grundrechte.

Heirat mit getauften Nicht-Katholiken. Die Orthodoxen behalten ihren Ritus, nach altem Recht konnten sie wählen; das zweite vatikanische Konzil empfiehlt, den Ritus zu behalten, die Botschaft ist: Katholisch werden heißt nicht automatisch Beitritt zu lateinischen Kirche.

Fallbeispiel: eine armenische Frau praktiziert nach lateinischen Ritus. Sie wusste, dass sie zur armenischen Kirche gehört, aber die nächste Gemeinde war sehr weit entfernt. Sie bat beim Heiligen Stuhl, zu lateinischen Kirche wechseln zu dürfen, aber der Wechsel wurde nicht akzeptiert, mit Rücksicht auf den kulturellen Hintergrund. Frage der Menschenrechte?

Wenn Protestanten katholisch werden, sollten Sie zur römischen Kirche wechseln, wenn die Grundsätze des CCEO entsprechend angewendet werden, eine Gesetzeslücke im CIC.

Form. Gemäß c. 36 vor den lokalen Hierarchen oder dem eigenen Priester oder einem ordnungsgemäß Delegierten Priester und zwei Zeugen. Die Aufnahme wird gemäß c. 37 registriert im Taufbuch bzw. bei der Kirche eigenen Rechtes. Die tatsächliche Praxis in einem Ritus verändert nicht die Zuschreibung (c. 38).

Treue zum überlieferten Ritus (cc. 39-41). Die Ostkirchen haben eine reiche Tradition. Gemäß c. 41 müssen die Mitglieder anderer Kirchen, einschließlich der lateinischen Kirche, den Ritus der Ostkirchen kennen und respektieren.

Seelsorge in der Diaspora

Gemäß c. 148 hat der Patriarch das Recht und die Pflicht, sich über die Situation in der Diaspora zu informieren, auch mit der Hilfe eines Gesandten; der Besuch erfordert die Zustimmung des Heiligen Stuhls, die Vorstellung beim Ortsbischof, die Erstellung eines Berichts nach Abschluss der Visitation für den Patriarchen und die Synode. Der Patriarch kann Vorschläge machen gegenüber dem Heiligen Stuhl, einschließlich der Errichtung von Eparchien und Gemeinden. Gemäß Artikel 59 von Pastor Bonus leistet die Kongregation für die Ostkirchen Hilfestellung beim Aufbau von Hierarchien. Es sind oft Bischöfe, die Sakramente spenden. Die Exarchie ist eine entstehende Eparchie, ähnlich dem apostolischen Vikariat (cc. 311 ff.). Normalerweise ist der Patriarch für die Gültigkeit seiner Rechtsakte begrenzt auf sein Territorium. Er kann exterritoriale Hierarchien weihen und einsetzen.

Exterritoriale Hierarchien. Das liturgische Recht gilt überall, aber disziplinarisches Recht beschränkt sich auf das Territorium. Aber gemäß c. 150.3 kann der exterritoriale Hierarch disziplinarisches Recht in Rechtskraft versetzen. Gemäß c. 206 schreibt der Eparch alle fünf Jahre einen Bericht an den Heiligen Stuhl, Patriarchen und Metropoliten, soweit vorhanden, bekommen ebenfalls einen Bericht. Gemäß c. 208 machen Eparchen regelmäßig Besuche beim Heiligen Stuhl, vorzugsweise bei Anwesenheit des Patriarchen. Gemäß c. 210 bietet der Eparch mit dem 75 Lebensjahr dem Papst den Rücktritt an und informierten Patriarchen.

Sedisvakanz. Der Protosyncellus beruft das Kollegium, es wird ein Administrator gewählt, in der kleineren Exarchie liegt diese Aufgabe beim Protosynceluss oder einem älteren Priester.

Extra-territoriale Hierarchen können mit beratender Stimme zur Bischofskonferenz eingeladen werden. Die Statuten der Bischofskonferenz können Ihnen mehr Rechte geben. Der armenische Eparch untersteht direkt dem Heiligen Stuhl, der ukrainische Eparch untersteht dem Erzbischof von Paris, ähnlich einem Suffraganbistum, wenn der Eparch über die Gläubigen in Lyon entscheidet, müssen die Rechte des Erzbischofs von Lyon beachtet werden, etwa bei der Gründung von Gemeinden. Der Exarch hat kumulative Leitungsgewalt, der Eparch hat oft exklusive Leitungsgewalt.

Kirchliches Gericht. In Frankreich hat der Exarch der Ukrainer angeordnet, dass seine Gläubigen das lokale Kirchengericht der lateinischen Kirche oder das Kirchengericht von Paris anrufen können, als gläubige der Ostkirchen ohne eigenen Bischof. Für die armenische Kirche waren zeitweise die lokalen Kirchengerichte der lateinischen Kirche zuständig, die Zuständigkeit jetzt ist unklar. Das Prozessrecht richtet sich nach dem Gericht, die materiellen Gründe folgen dem Ostkirchenrecht. Der exterritoriale Hierarch kann Gemeinden errichten, oder sie einer anderen Kirche eigenen Rechtes unterstellen, einschließlich der lateinischen Kirche.

Gläubige der katholischen Ostkirchen, die einer anderen Kirche eigenen Rechtes anvertraut sind.

Hierarchie. Wenn es keine Eparchie gibt, ist der Leiter der Ortsbischof. Gibt es mehrere Bistümer, legt der Heilige Stuhl oder der Patriarch die Leitung fest. Gemäß c. 383.2 CIC hat sich der lateinische Bischof auch um die Gläubigen der katholischen Ostkirchen in seinem Bistum zu kümmern. (Christus Dominus Nr. 23), CIC 476, 383; ein Bischofsvikar kann ernannt werden, dieser muss nicht denselben Ritus haben. Jeder Priester zelebriert im eigenen Ritus, außer mit besonderer Erlaubnis des Heiligen Stuhls (Biritualismus).

  1. 383 CIC entspricht c. 192 CCEO, c. 192 ist ausführlicher, in ursprünglicher Fassung war auch der lateinische Bischof genannt. Es soll einen pastoralen Plan geben, unter Beteiligung des Patriarchen. Diese Vorschrift gilt für die Ostkirchen, kann aber auch für den lateinischen Bischof eine Orientierung sein. Gläubige anderer Kirchen eigenen Rechtes sollen eigene Priester haben (c. 193). Diese Vorschrift gilt analog für die lateinische Kirche. Gemäß c. 207 berichten die Hierarchien alle fünf Jahre über die Katholiken der Ostkirchen in ihrem Territorium.

Ausbildung des Klerus. Gemäß c. 328 werden Seminaristen verschiedener Kirchen in einem Seminar ausgebildet. Normalerweise hat jede Ortskirche ihr eigenes Seminar, ein gemeinsames Seminar für mehrere Kirchen ist möglich. Die Ausbildung muss entsprechend angepasst werden, besonders in der Liturgie. Dies gilt für die lateinische Kirche analog.

Gemäß c. 327 gibt es in einigen Ostkirchen noch die niederen Weihen. Wer kann sie erteilen und wann? Gemäß c. 747.8 der Eparch des Wohnortes oder der Eparch am zukünftigen Wirkungsort können die Weihe erteilen. Wenn der Bischof einem anderen Ritus angehört, braucht er die Erlaubnis des Heiligen Stuhls, wenn nicht der Ortsbischof oder der zukünftige Bischof (Inkardination) weiht, ist ein Entlassungsschreiben notwendig, c. 752. Der CCEO spricht von Zuschreibung, nicht von Inkardination. Der Kleriker einer Ostkirche kann einer lateinischen Diözese zugeschrieben werden.

Verheirateter Klerus. Die Kopten oder Syro-Malabaren haben keine verheirateten Priester, es kam zu Latinisierung.

Gemäß c. 373 wird das priesterliche Zölibat hochgeschätzt, aber ebenso verdient auch der verheiratete Klerus Ehre. Die Weihe ist geregelt in c. 758.3 und richtet sich nach der Kirche eigenen Rechtes. Gemäß c. 769 ist bei verheirateten Priestern die Zustimmung der Frau und ein Ehezertifikat erforderlich. Gemäß c. 192 hat der Priester samt Familie Anspruch auf Unterhalt, wenn er verheiratet ist. Die kirchlichen Oberen haben auch das Wohl der Familie des Priesters zu achten. Für die Eignung eines Priesters als Pfarrer wird auch der gute Ruf der Familie geprüft. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Gläubige der Ostkirchen in die USA aus mit dem eigenen Klerus. Es gab Befürchtungen, dies könnte in der lateinischen Kirche zu Missverständnissen führen. So wurde beschlossen, dass in Nordamerika in den katholischen Ostkirchen nur zölibatäre Priester zulässig waren. Das Verbot verheirateter Priester galt für alle Kirchen in Amerika und Australien. Gemäß c. 6 sind Vorschriften ungültig, die dem allgemeinen Kirchenrecht widersprechen, das Verbot verheirateter Priester bleibt aber formal bestehen, wird jedoch faktisch ignoriert.

Das Ordinariat für die Ostkirchen. Es wurde eingerichtet für solche Kirchen ohne eigenen Bischof. Sitz ist seit 1954 Paris. Er sorgte für Seminaristen, errichtete Gemeinden, berichtete dem Heiligen Stuhl, hat gemeinsame Gerichtsbarkeit. Es bleibt aber für einige Rechtsakte die Zustimmung des örtlichen Bischofs notwendig, zum Beispiel die Errichtung von Gemeinden oder Einsetzung eines Pfarrers.

Eherecht

Die Theologie und das Konzept der Ehe ist geregelt in c. 776, Definition der Naturehe und der Theologie der Ehe. Der CIC vermischt die Naturehe und die christliche Ehe und führt den Begriff des Vertrages ein. Gott handelt in der Ehe, Modell ist die Beziehung von Christus zur Kirche, die gegenseitige Weihe der Ehepartner.

Allgemeine Vorschriften. Gemäß c. 780 richtet sich die Ehe von Katholiken nach dem Kirchenrecht. Gemäß c. 780.2 wird die Ehe des nicht-christlichen Partners geachtet. Kirchen haben echte Bischöfe, kirchliche Gemeinschaften haben nur die geistliche Sukzession, die nicht vom Kirchenrecht anerkannt ist. Anwendung finden das göttliche Recht, das katholische Recht, das eigene Recht des Partners, das Zivilrecht des Ortes der Eheschließung. Gemäß c. 781 ist die Gültigkeit abhängig vom geltenden Recht beim Abschluss der Ehe. Der Konsens muss öffentlich sein, vor einem offiziellen Vertreter. Bei orthodoxen Ostkirchen muss der Heilige Ritus eingehalten werden.

Form der Feier. Gemäß c. 828, es gibt viele Unterschiede, der Ritus sieht die Assistenz von Priester oder Bischof vor und den Segen. Die Delegation an andere Priester ist möglich. Der Segen hat juristische Bedeutung, während sich die lateinische Kirche auf den Konsens konzentriert. Ein Priester assistiert gültig der Eheschließung, wenn er sein Amt in Besitz genommen hat und im Rahmen seines Territoriums, entsprechend der Zugehörigkeit zur Kirche des eigenen Rechts. Der Patriarch assistiert überall gültig auf der ganzen Welt für Gläubige der eigenen Kirche, normalerweise begrenzt auf das eigene Territorium. Die Delegation ist möglich im eigenen Territorium, auch an Priester anderer Kirchen eigenen Rechtes.

Ort der Eheschließung. Im Westen gibt es die historische Präferenz für die Gemeinde der Braut. Gemäß c. 831.2 wird die Pfarrei des Bräutigams bevorzugt; gemäß c. 832 gültige Ehe, wenn kein Priester vorhanden, in Todesgefahr oder keine Änderung der Situation innerhalb von einem Monat, vor zwei Zeugen. Gemäß c. 835 ist die Dispens von der Form möglich durch den Heiligen Stuhl oder den Patriarchen aus wichtigem Grund. In der lateinischen Kirche kann der Bischof dispensieren. Die Heirat mit Stellvertretern ist geregelt in c. 837.

Ehehindernisse. Genannt sind nur die Hindernisse, die die Gültigkeit verhindern, c. 800 ff. Eine entführte Person kann nicht heiraten, im Westen ist die Rede von einer entführten Frau. Ein Hindernis eines Partners hindert die Ehe. Gemäß c. 809 hindert die Verwandtschaft die Ehe in direkter Linie in jedem Grad der Verwandtschaft, in der Seitenlinie bis zum 2. Grad der Verwandtschaft. Gemäß c. 811 ist die geistige Verwandtschaft ein Hindernis (Paten). Keine gültige Ehe unter Bedingungen. Bei gegensätzlichem Eherecht vgl. c. 813-816. C. 813 regelt die communicatio in sacris, wie im CIC.

Ordensrecht

Wechsel zwischen Klöstern: c. 487-488

Wechsel in ein anderes Institut cc. 544, 545, 562.

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