7. Sonntag der Osterzeit (A)

Evangelium: Joh 17, 1-11a

Datum: 01.06.2014

Das Gebet und die Herrlichkeit sind die Leitgedanken in den Schrifttexten der heutigen Messfeier. Im Evangelium, während des letzten Abendmahls, betet Jesus zum Vater, dass seine Herrlichkeit offenbar werde und dass seine Jünger mit ihm teilhaben an dieser Herrlichkeit. Jesus betet am Vorabend seines Todes um die Einheit mit Gott und mit seinen Jüngern. Was für ein wunderbares Gebet. Jesus ist eins mit Gott. Er trägt das Leben Gottes in sich, so wie ein Sohn das Leben des Vaters in sich trägt. Jesus spricht auch von der engen Gemeinschaft zwischen ihm und seinen Jüngern. Sie sind ihm anvertraut, und durch ihre Verbundenheit mit Jesus, dem Sohn Gottes, sind sie, die Jünger, zugleich auch mit Gott verbunden. In der Apostelgeschichte, nach der Himmelfahrt Christi, finden wir die Apostel im Abendmahlssaal versammelt, gemeinsam mit Maria, der Mutter Jesu und einigen anderen Frauen. Sie erwarten das Kommen des Heiligen Geistes, das Jesus ihnen versprochen hatte. Das Gebet Jesu und das Gebet der ersten Jüngerinnen und Jünger können auch uns hineinführen in eine Haltung der Erwartung des Heiligen Geistes und des Gebetes. Gott unser Vater, erfülle auch uns mit dem Geist deines Sohnes, Jesus. Lass uns ihm nachfolgen auf seinem Weg und so dich verherrlichen durch unser Leben. Durch Leiden und Tod hindurch hat dein Sohn deinen Auftrag erfüllt. Jetzt, himmlischer Vater, lass auch uns den Auftrag erfüllen, den du uns zugedacht hast, in der Kraft deines Geistes, der in uns lebt. Mag uns diese Aufgabe auch klein und unwichtig erscheinen, hilf uns, dass wir einander in Liebe dienen, dass wir unsere Herzen allen Menschen öffnen, dass wir ja sagen zu ihnen in ihrer Einzigartigkeit und das wir deine Gegenwart in ihnen erkennen. Lass uns bereit sein, die Herausforderungen, Anfragen und Widerstände zu bestehen, die sich uns stellen, wenn wir versuchen, deine Botschaft der Wahrheit und Liebe täglich neu zu leben. Stärke uns, dass wir uns, wie es im 1. Petrusbrief heißt, uns darüber freuen, Anteil zu haben am Leiden Christi, damit seine Herrlichkeit an uns offenbar wird. Jesus hat am Vorabend seines Todes gebetet, nicht nur für seine Freunde im Abendmahlssaal, sondern für uns alle. Als die Stunde seines Todes gekommen war, trug er uns alle schon in seinem Herzen, um uns mit Gott zu versöhnen. Für uns alle, für unsere Erlösung hat sich Jesus dahingegeben in jener Nacht im Garten von Gethsemane. Jesus hat für uns gebetet, Gott unser Vater, deshalb wagen auch wir in seinem Namen zu beten, lass deinen Namen in uns und durch uns verherrlicht werden. Amen.

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